Deutscher Reifenmarkt

25 März, 2010

Im deutschen Reifenmarkt gibt es derzeit rund 2.100 Unternehmen mit insgesamt gut 4.300 Betriebsstätten. Damit ist die Zahl der Marktakteure in der relativ kleinen Branche der Experten rund um Räder und Reifen im letzten Jahr nicht nennenswert gewachsen. Das war nicht immer so, denn seit Beginn der neunziger Jahre hat die Anzahl der Handelsunternehmen in der Reifenbranche um rund 17 Prozent, die Zahl der von diesen Unternehmen geführten Betriebsstätten sogar um knapp 25 Prozent – das entspricht gut 850 Outlets – zugenommen. Gleichzeitig war der Verdrängungswettbewerb um das nicht gleichermaßen mitwachsende Marktvolumen im Reifenersatzgeschäft immer intensiver geworden.

*Die Zahlen des vergangenen Jahres belegen, dass der Stukturwandel innerhalb der Branche, der die Zahl der freien Reifenfachhändler im Zeitraum 1992-2007 zugunsten der mehr oder weniger industriegebundenen Unternehmen von rund 82 auf 61 Prozent schrumpfen ließ, weiterhin stagniert", resümiert Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV, Bonn). Das belegt die vom BRV jährlich heraus gegebene Marktstrukturanalyse in ihrer zum Stichtag 1. März 2010 aktualisierten Fassung. In dem bundesweit tätigen Fachverband der Branche sind gut 80 Prozent der Reifenhandelsunternehmen organisiert; als Reifenhändler im Sinne dieser Statistik zählen Unternehmen, die mindestens die Hälfte ihres Umsatzes im Geschäft mit Reifen realisieren.

Die aktuelle Erhebung zeigt erneut kaum Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr. Auf Unternehmensebene betrachtet, sind die einer Kooperation des freien Reifenfachhandels wie etwa point S oder Team Reifen Union angehörenden Händler mit knapp der Hälfte aller Marktteilnehmer der Branche die größte Gruppe. Die Anzahl ihrer Outlets macht rund zwei Fünftel der Betriebsstätten des Reifenhandels in Deutschland aus. Hinzu gesellen sich die verbliebenen fünf großen, ungebundenen Handelsunternehmen, die zusammen knapp zehn Prozent aller Betriebsstätten in Deutschland ihr eigen nennen. Ein knappes Prozent der Unternehmen sind im Großhandel tätig; gut ein Zehntel der Unternehmen, in deren Regie aber nur 6,5 Prozent der Betriebsstätten geführt werden, fällt unter *Sonstige", d.h. ist weder industriegebunden noch einer der hier genannten Gruppen des freien Reifenfachhandels zuzuordnen.

Dem freien Reifenfachhandel steht der vertragsgebundene Reifenfachhandel gegenüber, der sich zum einen aus Mitgliedsunternehmen der beiden industrienahen Kooperationen GD Handelssysteme (Goodyear Dunlop) und First Stop (Bridgestone), zum anderen aus den industrieeigenen Filialketten Vergölst (Continental), Pneumobil (Pirelli) und Euromaster (Michelin) zusammen setzt. Insgesamt gehören dem vertragsgebundenen Reifenfachhandel fast 800 Unternehmen mit insgesamt 1.900 Betriebsstätten an. Von dieser Gesamtzahl der Outlets führen die Hersteller wiederum rund 38 Prozent in ihren eigenen Filialnetzen, der Rest ist den genannten Kooperationssystemen der Industrie zuzurechnen.

Alle Vertriebsschienen des Reifenfachhandels im engeren Sinne hatten im vergangenen Jahr einen Distributionsanteil von gut 44 Prozent der an Verbraucher verkauften Autoreifen. Den Rest des *Umsatzkuchens" teilen sich andere Marktteilnehmer. Die Konkurrenz ist groß, der Wettbewerb hart, doch der spezialisierte Reifenfachhandel konnte seine Marktstellung im Vergleich zum Vorjahr halten und besetzt nach wie vor die Schlüsselposition. Es folgt der Vertriebskanal Autohaus (markengebundene und freie Werkstätten) mit gut 35 Prozent. Mit einigem Abstand kommen danach Fachmärkt e (Pit Stop und ATU, 12 Prozent), Online-Absatz (4,8 Prozent) und Sonstige (Baumärkte, Tankstellen; knapp 4 Prozent).

Im Produktsegment Lkw sind konkurrierende Vertriebskanäle nach wie vor kein Thema: Hier ist der Reifenfachhandel mit 90 Prozent Distributionsanteil im Reifenersatzgeschäft seit Jahren unangefochten die Nummer Eins, der Rest der Lkw-Reifen wird im Ersatzgeschäft über den Vertriebskanal Autohaus verkauft.

Schuld haben nur die Reifenhersteller?

15 Oktober, 2009

Endlich haben Deutschlands Reifenhändler wieder volles Haus und das Telefon will nicht mehr zur ruhe kommen. Bis vor wenigen Wochen, langweilten sich die Reifenmonteure und die Reifenverkäufer schlugen die Zeit mit Solitär spielen Tod.

Diese Zeit ist nun vorbei, dank Abwrackprämie und dem kühlen Herbstwetter, Reifenhändler melden „VOLLES HAUS“. Wenn doch nur genug Reifen da wären, das Internet ist voller Meldungen, über die ach so bösen Reifenhersteller, die einfach zu wenig Winterreifen produziert haben und jetzt nicht mehr liefern können. Medien zitieren Reifenhändler „Die Reifenhersteller hätte den Bedarf total unterschätzt“ – „Die Reifenhersteller hätten zu wenig produziert wegen der Wirtschaftskrise“ – „Wegen der Krise wollten die Hersteller lieber ihre Lagerbestände leer räumen, statt zu produzieren“ und so weiter.

Es ist sicher angenehm den schuldigen für Winterreifenmisere schnell gefunden zu haben, die „Böse Reifenindustrie“. Keiner stellt die Frage: Ist vielleicht der Reifenhandel schuld?
Vor nicht allzu langer Zeit haben Reifenhändler sich schon im Juni-Juli für die Winterreifensaison bevorratet und ihr Lager bis an die Decke vollgestopft. Die letzten Jahre hat sich dieses Verhalten drastisch verändert. Reifenhändler bevorraten sich nicht mehr oder nicht mehr in ausreichender Menge. Die Lager sind schon leer, bevor überhaupt der Andrang kommt. Der Handel verlässt sich so gut wie nur noch auf B2B Plattformen und wollen zeitnah immer den billigsten Preis. Das führt zudem Chaos, dass jetzt wo sie doch so viele Reifen verkaufen könnten, die Großhändler einfach nicht schnell genug liefern können.

Hätte der Reifenhandel sich besser bevorratet und die Zeichen (Abwrackprämie, Winterreifenpflicht) besser gedeutet und dementsprechend schon im Juni-Juli richtig bevorratet, wäre die Reifenindustrie gezwungen gewesen genügen Winterreifen zu produzieren, den kein Hersteller auf der Welt würde weniger produzieren, wenn seine Lager leer gekauft werden. Eine Produktion richtet sich an die Nachfrage vom Markt.

Der Reifenmarkt hat mit Reifen Preisvergleiche Probleme

19 Mai, 2009

Wenn neue Reifen fürs Auto fällig werden, nutzen viele Verbraucher zur Meinungs- und Preisbildung das Internet, ist es doch komfortabler, anstatt mühselig mehrere Reifenhändler anzurufen. Sehr beliebt sind Preisvergleichsportale, die viele Händler mit Ihren Preisen an den Pranger stellen, wer dort 1 Euro günstiger als sein Mitbewerber ist, macht oft das Geschäft.

Warum der Reifenhändler günstiger, wie seine Mitbewerber ist, wird in den meisten Fällen vom Verbraucher nicht hinterfragt. Dabei kann sich der günstige Preis oft als Albtraum anstatt Schnäppchen entpuppen.
Denn es gibt gravierende Unterschiede zwischen Reifenhändler und Reifenfachhändler und diese differenzieren sich nicht nur preistechnisch, sondern vor allem bei der Qualität der Reifenmontage.

Viele Händler, die Autoreifen zu günstigen preisen anbieten, montieren und wuchten Pneus mit veralteten Maschinen und riskieren damit die Sicherheit ihrer Kunden. Reifenfachhändler hingegen investieren in Hightech Montiermaschinen und in die Schulung Ihrer Mitarbeiter, um die beste Qualität zu gewährleisten. Neue Maschinen und hochwertiges Personal gibt es jedoch nicht umsonst und treiben die Kostenstruktur beim Reifenfachhändler in die Höhe. Der Mehraufwand der Kosten muss durch Mehreinnahmen reingeholt werden. Kein Reifenkäufer profitiert von einem billigen Reifenpreis, wenn er hierbei auf seine Sicherheit verzichtet.

Als einer der oft entstehenden Sicherheitsmängel, ist das einreißen der Reifenwulst, durch veraltete Montiermaschinen oder durch mangelnde Kompetenz des Reifenmonteurs. Ist einmal die Reifenwulst beschädigt, gibt es keinen andere Möglichkeit mehr den Reifen zu reparieren. Die Konsequenz: Der Reifen muss entsorgt werden. Oft wird jedoch der Schaden an der Reifenwulst vom Monteur hingenommen, denn der Ersatz des Pneus, würde bei den Billiganbietern den gesamten Ertrag verzerren. Für einen Reifenfachhändler bestünden keine Zweifel, der kaputtmontierte Reifen muss ersetzt werden.

Folgen eines eingerissenen Reifenwulst: Für den Verbraucher nicht sichtbar, da sich die Wulst hinter dem Felgenhorn befindet. Durch defekten Wulst entsteht schleichender Luftverlust, dies führt zu mehr Walken des Pneus und dies zur Überhitzung von Material und Gummi. Das Resultat: Total- Ausfall oder Reifenplatzer.

Die Reifen- und Reifenhändler Suchmaschine www.reifensuchmaschine.de empfiehlt: Auf der Suche nach neuen Reifen die Priorität auf Qualitätsmerkmale zu setzen, nicht auf den Reifenpreis. Bei Reifensuchmaschine.de sind ausschließlich nur geprüfte Reifenfachhändler gelistet, dies erleichtert die Suche für Verbraucher nach einem kompetenten Reifenservice vor Ort.

Michelin steigert 2008 Nettoumsatz ohne Wechselkurseinflüsse um 1,1 Prozent

16 Februar, 2009

Die Compagnie Générale des Etablissements Michelin, Clermont-Ferrand, behauptet sich 2008 erfolgreich im angespannten Wettbewerbsumfeld. 2009 will Michelin die Produktivität weiter steigern und in großem Umfang Kosten reduzieren, um die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise auf das Unternehmen abzuschwächen.

WeiterLesen…

Reifenmarkt mit durchwachsender Bilanz

21 März, 2008

Gut 55 Millionen Autoreifen wurden im vergangenen Jahr vom Reifenhandel an private und gewerbliche Verbraucher verkauft. Dabei konnten in allen Produktsegmenten außer im Segment Pkw-Reifen Zuwächse erreicht werden. Dies hat der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) mitgeteilt, der nach eigenen Angaben mit 1.750 Mitgliedsunternehmen und über 3.000 Verkaufsstellen rund 80 Prozent der Betriebe des Reifenfachhandels und -handwerks in Deutschland repräsentiert.
Mit 45,5 Millionen vom Handel an Verbraucher gelieferten Pkw-Reifen ging der Mengenabsatz laut BRV im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 11,5 Prozent zurück. Der Absatz von Pkw-Winterreifen sei überproportional um 17,3 Prozent auf 21,1 Millionen gesunken. Offenbar ist die durch die StVO-Novelle beförderte Umrüstquote auf M+S-Reifen, die mittlerweile bei 58,1 Prozent liegt, angesichts der milden Witterung nicht mehr zu toppen. "Die vor ein bis zwei Jahren gekauften Reifen sind aber überwiegend noch in gutem Zustand, weshalb Ersatzbedarf erst wieder für die kommenden Jahre zu erwarten ist", heißt es in der BRV-Mitteilung.
Im Segment Pkw-Sommerreifen sank der Mengenabsatz im Schnitt um 5,8 Prozent und war damit deutlich weniger rückläufig als bei Winterreifen. Höhere Sparsamkeit, sinkende Jahresfahrleistungen und längere Laufleistung der Modelle sind aus Verbandssicht die Hauptgründe für den nachlassenden Ersatzbedarf.
Positiv hingegen habe sich der Absatz von Hochleistungs- und Notlaufreifen sowie von Geländereifen für Off-Road-Fahrzeuge entwickelt. Insgesamt wuchs der Stückverkauf hier um 3,8 Prozent auf knapp elf Millionen. Für das laufende Geschäftsjahr prognostiziert der Verband eine Zuwachsquote von insgesamt knapp zwölf Prozent für dieses Marktsegment, bedingt duch steigende Zulassungszahlen in den Fahrzeugkategorien, die mit Reifen dieser Typen ausgerüstet sind. Insgesamt hofft der BRV auf ein Plus von 1,5 Prozent im Ersatzgeschäft mit Pkw-Reifen.
Marktanteile nahezu unverändert
Die Anteile der verschiedenen Distributionskanäle am Pkw-Reifenersatzgeschäft seien in 2007 im Wesentlichen unverändert geblieben, hieß es abschließend. Nach wie vor besetzt der spezialisierte Reifenfachhandel mit 55 Prozent Distributionsanteil die Schlüsselposition im Absatz an Verbraucher. Es folgt der Vertriebskanal Autohaus mit 29 Prozent. Der Rest entfällt auf Fachmärkte (zehn Prozent), Online-Absatz (vier Prozent) und Sonstige (zwei Prozent); dabei hätten die Reifenhändler im Vergleich zum Vorjahr zugunsten der Online-Anbieter einen Prozentpunkt eingebüßt.

« Vorherige SeiteNächste Seite »

  • Günstige Reifensuche

    Reifensuchmaschine