Continental begrüßt Initiative für EU-Reifen-Label
Die Continental AG begrüßt die aktuelle Initiative der EU-Kommission, Autofahrern standardisierte Informationen über Reifeneigenschaften für die Kriterien Bremsleistung, Rollwiderstand und Abrollgeräusch anzubieten. Gleichzeitig zeigt sich der führende europäische Hersteller von Pkw-Reifen besorgt über eine mangelhafte Umsetzung zu Lasten der Verbraucher.
“Als führender europäischer Hersteller begrüßen wir die Initiative der EU-Kommission, den Autofahrern standardisierte Informationen über die Reifeneigenschaften anzubieten. Wir weisen aber ausdrücklich auf die zu erwartenden Problemfelder bei der Umsetzung innerhalb der 27 EU- Staaten hin. Dazu zählt besonders die Frage nach Sanktionsmecha-nismen, mit deren Hilfe alle Hersteller – und damit auch asiatische Billig- Reifen-Importeure – zur gewissenhaften Umsetzung bewegt werden können. Aber auch der Vorschlag greift zu kurz, das Label direkt auf unsere Produkte aufzubringen, denn die meisten Reifenkäufer bekommen ihre Reifen erst zu sehen, wenn sie bereits am Fahrzeug montiert sind”, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Continental AG, Dr. Alan Hippe, der die Rubber Group leitet und dort für die Division Pkw-Reifen verantwortlich ist.
Eine Studie des Fraunhofer Instituts zur Umsetzung der Energieverbrauchs-Kennzeichnungsverordnung in Deutschland zeigte bereits 2001 auf, dass im Fall von Selbstzertifizierungsmaßnahmen aufgrund fehlender Kontrollmechanismen und Sanktionen Missbrauch häufig ist: Mehr als 50 Prozent der überprüften Elektrogeräte in 320 deutschen Geschäften waren falsch oder gar nicht gekennzeichnet.
Die EU-Kommission hatte vor kurzem die Richtlinie für das ab 2012 geplante kombinierte Reifen-Label vorgelegt. Es enthält dann konkrete Angaben mit jeweils sieben Klassen (A – G) für Rollwiderstand (in kg pro 1.000 kg Radlast) und zur Bremsleistung sowie über das beim Abrollen verursachte Geräuschniveau (in dB (A)). Die EU-Kommission behält sich vor, das EU-Reifen-Label zu einem späteren Zeitpunkt zum Beispiel mit den zusätzlichen Kriterien Aquaplaning-Sicherheit und Kurvenhandling zu erweitern.
“Um sicherzustellen, dass die Endverbraucher diese neuen technischen Informationen auch verstehen, gewichten und bewerten können, sollte die EU-Kommission vor der verpflichtenden Einführung eine Verbraucherbefragung durchführen”, so der CDU-Europaabgeordnete Andreas Schwab, der Berichterstatter im europäischen Parlament für die neue EU-Vorschrift “Typengenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich ihrer allgemeinen Sicherheit” ist.
An der Diskussion über die für das EU-Reifen-Label relevanten Kriterien und ihre Klassifizierung hatte auch die ETRMA, der Europäische Dachverband der Reifen- und Gummiproduzenten, mitgewirkt. “Wir sind sehr froh darüber, dass die EU-Kommission bei ihrem Richtlinienentwurf diese Forderung der ETRMA zugunsten der Kombination von Rollwiderstand und Nassgriff berücksichtigt hat. Andernfalls wäre die einseitige Auslegung zukünftiger Reifen begünstigt worden, von der gerade die Produzenten asiatischer Billig-Importe profitiert hätten, obwohl ihre Produkte ein Entwicklungsniveau haben, das bei der Nassgriffleistung in vielen Fällen um etwa 20 Jahre hinter den aktuellen Premium-Produkten europäischer Hersteller zurückliegt”, erklärte Dr. Hans-Joachim Nikolin, der im Continental-Vorstand für die Division Nutzfahrzeugreifen verantwortlich ist und die Interessen von Continental innerhalb der ETRMA vertritt.
Chinesen setzen auf umweltfreundlichere Hybrid- und Elektrofahrzeuge
Autofahrer weltweit zeigen überraschend großes Interesse für Elektroautos und Fahrzeuge mit Hybridantrieb – Chinesen sind Europäern und Asiaten einen Schritt voraus. Insgesamt wären 53,7 Prozent der Chinesen bereit, ein Auto mit Hybridantrieb zu kaufen, sogar 73,4 Prozent zeigen sich offen für den Erwerb eines Elektroautos. Dabei sind insbesondere steigende Kraftstoffkosten und Umweltaspekte Antriebsfedern. Das hat eine repräsentative Umfrage des internationalen Automobilzulieferers Continental – der ersten Studie dieser Art – unter mehr als 8.000 Autofahrern in acht bedeutenden internationalen Märkten ergeben. „Dieser Trend stellt für uns als Automobilzulieferer und Anbieter umweltfreundlicher Antriebstechnologien ein großes Potenzial dar“, sagte Dr. Karl-Thomas Neumann, seit 1. September 2008 Vorstandsvorsitzender der Continental AG.
TNS/Infratest hatte Anfang dieses Jahres im Auftrag des Unternehmens erstmalig jeweils rund 1.000 Autofahrer in den acht internationalen Märkten China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Österreich, Schweiz und den USA befragt. Schwerpunkt dieser Studie waren der Kenntnisstand und die Ansichten der Autofahrer zu Hybridantriebssystemen, ihrem Fahrverhalten sowie deren Einstellung zu batteriebetriebenen Autos. 1.008 chinesische Autofahrer aus den Regionen North China (Beijing), East China (Shanghai) und South China (Guangzhou) wurden befragt.
Gut die Hälfte aller chinesischen Autofahrer (50,2 Prozent) sieht sich durch steigende Kraftstoffpreise gezwungen, das eigene Fahrverhalten umzustellen und somit Kraftstoff einzusparen. Am umweltfreundlichsten verhalten sich dabei die Autofahrer in der Region Beijing. Hier behauptet jeder dritte Autofahrer (33,1 Prozent), seinen Fahrstil immer oder meistens an steigende Kraftstoffpreise anzupassen. 48,9 Prozent der Chinesen verändern ihr Fahrverhalten derzeit noch gar nicht, nur in Großbritannien sind es noch weniger. „Herkömmliche Kraftstoffe wie Diesel und Benzin werden künftig zu einem noch teureren Gut. Der überwiegende Teil der chinesischen Pkw-Fahrer hat dies erkannt“, erläuterte Dr. Neumann.
Der Trend zu steigenden Kraftstoffkosten lässt das Interesse an alternativen Antriebssystemen wachsen, dabei ist aber laut Studie die ungestützte Bekanntheit solcher Systeme weltweit sehr unterschiedlich ausgeprägt. In China besteht jedoch noch großer Nachholbedarf: 81,7 Prozent der chinesischen Autofahrer können keine Aussagen treffen, welche Kraftstoff sparenden Antriebsarten ihnen bekannt sind. Am bekanntesten (mit 7,5 Prozent) sind die Hybridantriebe, die Benzin- oder Dieselmotoren mit einem Elektromotor verbinden. Mit 10,9 Prozent liegt damit die Bekanntheit in Shanghai noch vor Beijing (8,6 Prozent) und Guangzhou (2,7 Prozent). Der reine Elektroantrieb nach dem Benzinmotor (3,2 Prozent) steht mit durchschnittlich 2,7 Prozent an dritter Stelle in Sachen Bekanntheit. Fragt man chinesische Autofahrer, was ihnen zu Hybridtechnologien bzw. zu Hybridantrieben in den Sinn kommt, so geben mehr als ein Drittel (34,4 Prozent) an, dass es sich hierbei um eine Kombination aus Elektro- und Verbrennungsmotor handelt. Nur 2,7 Prozent sprachen den umwelt-ökonomischen Aspekt an. Knapp die Hälfte (46,7 Prozent) können dazu keine Aussage treffen.
Hybridantriebe verfügen vor allem im Stadtverkehr über deutliche Einsparungspotenziale. Und genau hier ist die Mehrheit der chinesischen Autofahrer täglich unterwegs: 58,9 Prozent der Befragten legen im Jahr eine Strecke von unter 30.000 Kilometern zurück, mehr als zwei Drittel (72,9 Prozent) überwiegend im Stadtverkehr. „Stadt- und Kurzstreckenfahrer können mit hybriden Antrieben ihren Energieverbrauch um mehr als 25 Prozent senken und leisten gleichzeitig einen Beitrag zur CO2-Reduzierung“, erläuterte Dr. Neumann den Vorteil gegenüber herkömmlichen Fahrzeugen. „Der Einsatz von alternativen Antriebsformen könnte durchaus dazu beitragen, die Umweltbelastung in chinesischen Großstädten zu verringern.
Ganz bestimmt und mit großer Wahrscheinlichkeit wollen sich weltweit 36 Prozent ein Fahrzeug mit Hybridantrieb kaufen. Die Befragten aus den Wachstumsregionen der chinesischen Küstengebiete gehen in ihrer Prognose sogar noch weiter: Mehr als die Hälfte der chinesischen Autofahrer (53,7 Prozent) können sich vorstellen, künftig ein Hybridfahrzeug zu kaufen – nachdem sie über die Technologie aufgeklärt worden sind. Mit 9,3 Prozent erwägt sogar fast jeder Zehnte Autofahrer in der Metropole Guangzhou, sich ganz bestimmt ein Hybridfahrzeug anzuschaffen. 45,6 Prozent der Chinesen würden sich sogar umstimmen lassen, würde der Staat den Kauf von Hybridfahrzeugen steuerlich fördern.
Bislang geht gut die Hälfte der chinesischen Autofahrer (48,8 Prozent) davon aus, dass umweltfreundlichere Hybridantriebe Mehrkosten gegenüber dem Kauf eines herkömmlichen Autos verursachen. Weitere 32,4 Prozent der Befragten glauben, dass etwa gleiche Kosten auf sie zukommen würden, sollten sie sich für ein Hybridfahrzeug entscheiden. Die Chinesen rechnen mit durchschnittlich 4.068 Euro (42.352 CNY) Mehrkosten, andererseits erwarten sie mit rund 4.134 Euro (43.039 CNY) eine höhere Kostenreduzierung. Die Autofahrer in der Großstadt Shanghai glauben sogar rund 4.495 Euro (46.797 CNY) einzusparen. Damit glauben die Chinesen grundsätzlich, dass sich der Kauf eines Hybridfahrzeugs bereits bei der Anschaffung lohnt. „Die Preisbereitschaft der Chinesen ist erstaunlich, insbesondere, da sie durchschnittlich weniger verdienen als beispielsweise Europäer oder Amerikaner“, betonte Dr. Neumann.
Der geringere Verbrauch bei Hybridfahrzeugen ist das ausschlaggebende Kriterium, fragt man die Autofahrer nach der interessantesten Art eines Hybridantriebs. Zwei Drittel der befragten Chinesen würden sich für ein Hybrid mit geringerem Verbrauch und gleicher bzw. besserer Beschleunigung als bei einem herkömmlichen Motor entscheiden. Im regionalen Vergleich würden sich weitaus mehr Autofahrer aus Beijing (71,7 Prozent; Shanghai: 65,4 Prozent, Guangzhou: 61,2 Prozent) für eine derartige Antriebsart entscheiden „Und das ist genau das, was den Hybridantrieb ausmacht“, erklärte Dr. Neumann. Mehr als die Hälfte der Chinesen geht davon aus, dass sich der Kauf eines Hybridfahrzeugs nach etwa drei Jahren amortisiert hat. Lediglich 2,7 Prozent der Autofahrer in China behaupten, dass sich die Anschaffung eines Hybridfahrzeugs nicht rechnen muss, sondern dass es vorrangig auf den Umwelt- und Klimaschutz ankommt.
Mit der rasanten Weiterentwicklung der Lithium-Ionen-Batterietechnologie − auch durch Continental − rücken zunehmend Elektroautos ins Blickfeld. Ein ausschließlich für den Stadtverkehr konzipiertes und völlig emissionsfreies Auto mit Batterien als Energiequelle können sich knapp drei Viertel der chinesischen Pkw-Fahrer „ganz bestimmt“, „sehr wahrscheinlich“ oder „eher wahrscheinlich“ vorstellen. Im Vergleich zu den anderen befragten Nationen ist dies mit Abstand der erstaunlichste Wert: 73,4 Prozent sehen diese Form des alternativen Antriebs sehr positiv – vermutlich auch als ein Mittel gegen die zunehmende Luftverschmutzung in ihren Städten.
Continental ist mit ihrer Division ContiTech bereits seit 1978 in China aktiv und beliefert heute die Automobilindustrie, den Maschinen- und Anlagebau sowie die Bergbau- und Druckindustrie mit Komponenten und Systemen aus lokaler Produktion. Im Automotive-Geschäft startete Continental 1994 mit der Kooperation Shanghai Automotive Brake Systems (SABS, ein Joint Venture mit SAIC in Shanghai) das China-Geschäft. Seit der Übernahme der Siemens VDO (Ende 2007) arbeiten derzeit rund 7.500 Mitarbeiter an elf Standorten für den Continental-Konzern.
Internationale Testmagazine bestätigen Zielkonflikte in der Pkw-Reifenentwicklung
Einseitige Optimierung von Rollwiderstand führt zu Schwäche beim Nassbremsen
EU-Kommission will einheitliche Energie- und Sicherheitslabel für Autoreifen
Die Europäische Kommission bereitet eine Richtlinie zur Kennzeichnung neuer Autoreifen vor. Sie soll dem Käufer helfen, Autoreifen auf einen Blick nach den Kriterien Energieeffizienz, Rollgeräusch und Bremsleistung auf nasser Fahrbahn zu vergleichen. Das Label soll jenen von Haushaltsgeräten gleichen, die Energieeffizienz durch Abstufungen von A bis G ausweisen. Ziel der einheitlichen Kennzeichnungspflicht sind kundenfreundliche Vergleichbarkeit sowie identische Testkriterien.
Die Kommission hofft damit einen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen im Verkehrsbereich zu leisten. Untersuchungen hätten gezeigt, dass der Treibstoffverbrauch eines Pkw heute je nach Bereifung um bis zu 10 % variierte. Autofahrer sollen in Zukunft imstande sein, Spritkosten auf die Lebensdauer eines Pneus auszurechnen. Die Kommission geht davon aus, dass die Kaufentscheidung gut informierter Kunden zugunsten teurer, aber spritsparender Reifen ausfallen werde. Damit sei der individuellen Geldbörse und dem Klimaschutz gedient. Alle Standard-Pkw- und Lkw-Reifen sollen von der Kennzeichnungspflicht betroffen sein, runderneuerte Reifen jedoch ausgenommen werden.
Hankook Tire ernennt neuen Europa-Chef
Jin-Wook Choi, Executive Vice-President und Vorstandsmitglied der Hankook Tire Co. Ltd., ist zum neuen Europa-Chef des Unternehmens ernannt worden. Dies gab der aktuell siebtgrößte und wachstumsstärkste Reifenhersteller weltweit¹ heute bekannt. Choi verfügt über langjährige, umfassende Erfahrungen im internationalen Unternehmens-Management und kann auf mehr als 33 Jahre Erfahrung bei Hankook Tire zurückblicken, davon mehr als acht Jahre im Top-Management.
Neben fundierten Erfahrungen aus dem Bereich Vertrieb bringt Choi ebenfalls profunde Kenntnisse für die Leitung von Produktionsstätten mit, die er in früheren Führungspositionen in Nordamerika und China sammeln konnte. Deutschland, Standort des Europäischen Hauptquartieres von Hankook Tire, ist dem studierten Betriebswirt ebenfalls nicht neu, war er doch von 1994 bis 1999 als Geschäftsführer der Hankook Reifen Deutschland GmbH maßgeblich am Aufbau dieser mittlerweile größten Europäischen Vertriebstochter beteiligt.
„Unser mittelfristiges Ziel ist es, die Marke Hankook dauerhaft als europäischen Premium-Reifenhersteller zu etablieren“, sagt Jin-Wook Choi, der neue Europa-Chef von Hankook Tire. „Unsere Produkte erfüllen bereits heute die höchsten Ansprüche führender europäischer Automobilhersteller. Künftig werden wir uns noch stärker darauf konzentrieren, unsere Kunden und Verbraucher über unsere innovativen, fortschrittlichen und umweltfreundlichen Reifen zu informieren, entwickelt und produziert in Europa für Europa.”
Choi folgt auf Seung-Do Jin, der eine bedeutende Rolle im erfolgreichen Ausbau der europäischen Aktivitäten von Hankook Tire gespielt hatte. Im Mittelpunkt standen dabei Aufbau und Inbetriebnahme des neuen, hochmodernen europäischen Produktionswerkes in Ungarn. Jin wird Ende Dezember 2008 offiziell in den Ruhestand gehen.
Zur Person:
Name: Jin-Wook Choi
Ausbildung:
B.A. Economics an der Sung Kyun Kwan Universität Korea, Abschluss 1972
Beruflicher Werdegang:
Eintritt bei Hankook 1975
Managing Director, Hankook Reifen Deutschland GmbH (1994-1999)
Executive Vice President und COO, Hankook Tire Nordamerika (2001-2006)
Executive Vice President und COO, Hankook Tire China (2007-2008)
Executive Vice President und COO, Hankook Tire Europe (ab November 2008)
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