100 Millionen Ausgleichzahlung von Schaeffler an Conti

Nach der Einigung mit Schaeffler rechnet der Autozulieferer Continental mit mehr als 100 Millionen Euro an Ausgleichszahlungen des künftigen Grossaktionärs.

Von den am Donnerstag von Schaeffler zugesagten Ausgleichszahlungen von bis zu 522 Millionen Euro seien 122 für Belastungen vorgesehen, die auch ohne Mehrheitsübernahme entstehen, sagte Finanzvorstand Alan Hippe am Mittwoch in Südafrika bei einer Telefonkonferenz mit Analysten. Dabei handle es sich um den Wegfall steuerlicher Verlustvorträge, der bereits bei einer Beteiligung von 25 Prozent einsetze.

"Ich gehe davon aus, dass sie mehr als 30 Prozent halten werden", sagte Hippe. Die zugesagten 122 Millionen Euro werde Conti dann "auf die Hand" bekommen. Weitere 400 Millionen Euro seien für Belastungen vorgesehen, die erst bei Überschreiten der 50-Prozent-Marke anfielen. Dabei handele es sich vor allem um Kosten für die dann fällige Neuaushandlung der Kredite, die Conti im vergangenen Jahr für den Kauf von Siemens VDO aufgenommen hatte.

In den Kreditverträgen hatten sich die Banken ein Sonderkündigungsrecht gesichert für den Fall, dass ein Investor mehr als 50 Prozent der Conti-Anteile übernimmt. Der gesamte Kredit wäre dann vorzeitig fällig, die Konditionen müssten komplett neu ausgehandelt werden. Es sei davon auszugehen, dass eine Refinanzierung im aktuellen Umfeld zu höheren Kosten führen würde, sagte Hippe. Conti war Ende Juni mit insgesamt 11 Milliarden Euro verschuldet. Die Kredite hatte Conti im vergangenen Sommer für die 11,4 Milliarden Euro schwere Übernahme von Siemens VDO aufgenommen.
Er gehe daher davon aus, dass Schaeffler, wie in der Vereinbarung von vergangenem Donnerstag zugesagt, unter 50 Prozent bleiben werde, sagte Hippe. "Über 50 Prozent zu gehen würde diese Change-of-Control-Klauseln in unseren Kreditverträgen auslösen – und das kann nicht im Sinne von Schaeffler sein", sagte Hippe. "Wir gehen aber davon aus, dass die Vorsichtsmassnahmen von Schaeffler funktionieren werden." In der Vereinbarung mit Conti hatte sich Schaeffler am vergangenen Donnerstag verpflichtet, den Anteil bis 2012 unter 50 Prozent zu halten. Bei einem Verstoss seien in der Vereinbarung auch "Sanktionen und Strafen" vorgesehen, sagte Hippe. Über Einzelheiten sei aber Vertraulichkeit vereinbart worden.

{lang: 'de'}

Weitere Interessante Artikel:

  1. Schaeffler hat genug Geld um Conti-Übernahme zu finanzieren
  2. Schaeffler-Gruppe findet Abnehmer für Conti-Anteile
  3. Conti Hausbanken wollen keine Übernahme von Schaeffler
  4. Schaeffler kommt mit 4 Leuten ins Conti Gremium
  5. Continental in der Flaute

Kommentare

Ihr Kommentar wird erst nach Überprüfung Freigeschaltet

 

  • Günstige Reifensuche

  • Sommerreifen