Streit in der Continental-Führung eskaliert

In der Führung des Autozulieferers Continental gibt es angeblich ein Zerwürfnis zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden Hubertus von Grünberg und Vorstandschef Manfred Wennemer. Die Zeitung «Die Welt» (Montagausgabe) berichtete vorab, Grund sei die Verhandlungsstrategie in der entscheidenden Phase der Übernahmeschlacht mit der Schaeffler-Gruppe. Während Grünberg eine schnelle Einigung mit dem Familienunternehmen aus Herzogenaurach favorisiere, sehe sich Wennemer durch diese Haltung in seiner Verteidigungsstrategie behindert. Die Aktionäre würden so um ihre Übernahmeprämie gebracht.

Zum Eklat kam es dem Blatt zufolge vor der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Mittwoch. Grünberg habe Wennemer vorgeschlagen, dass der Vorstand die Verhandlungen nicht mehr allein, sondern gemeinsam mit Grünberg und dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden und Gewerkschaftsvorstand Werner Bischoff führen solle. Das habe Wennemer vehement abgelehnt.

Unterdessen meldete die «Financial Times Deutschland» (Montagausgabe), dass Continental Schaeffler bereits einen Vertragsentwurf für die Übernahme vorgelegt habe. Darin werde unter anderem das bisherige Angebot von 70,12 Euro pro Aktie als zu niedrig bezeichnet, jedoch kein anderer Betrag als angemessen genannt, schreibt die Zeitung unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Außerdem forderte Conti einen Risikoausgleich für negative Einflüsse einer Übernahme, etwa Steuerausfälle und teurere Kredite. Auch die Forderungen der Arbeitnehmerseite nach Jobgarantien und einem Ausschluss der Zerschlagung Contis seien Teil des Vertragsentwurfs.

Das Familienunternehmen Schaeffler hatte vor vier Wochen ein erstes Übernahmeangebot abgegeben. Wennemer wies den Vorstoß damals schroff zurück, während Grünberg eine sorgfältige Prüfung forderte. Inzwischen gibt es jedoch Gespräche zwischen beiden Parteien, da ein feindlicher Einstieg für beide Seiten negativ wäre. Nach Angaben der «Financial Times Deutschland» soll bis zum 27. August eine Einigung erzielt werden.

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